Was brauche ich, um einen Online-Handel auf Amazon aufzubauen?
Die Inhalte dieses Beitrags sind nach bestem Wissen erstellt, ersetzen jedoch keine individuelle rechtliche Beratung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben wird keine Gewähr übernommen. Für eine Bewertung Ihrer individuellen Situation wenden Sie sich bitte direkt an unsere Kanzlei.
Der Traum vom eigenen Online-Handel auf Amazon klingt verlockend: Produkte einstellen, der Versand läuft über Amazon, und die Bestellungen kommen von selbst. Was viele Gründerinnen und Gründer dabei unterschätzen, sind die steuerlichen Pflichten, die von der ersten Bestellung an bestehen.
Als Steuerberater für E-Commerce begleiten wir Mandanten dabei, ihren Online-Handel auf Amazon so aufzubauen, dass das Finanzamt keine bösen Überraschungen bereithält.
Den Online-Handel auf Amazon aufzubauen beginnt nicht mit dem ersten Produktangebot, sondern mit einigen grundlegenden Schritten davor. Wer auf Amazon gewerblich verkauft, betreibt in aller Regel ein Gewerbe im Sinne des § 14 GewO und ist damit zur Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt verpflichtet. Die Anmeldung ist unkompliziert und kostet je nach Gemeinde zwischen 20 und 60 Euro. Wichtig: Die Gewerbeanmeldung ist kein bürokratisches Detail, sondern die rechtliche Grundlage für den gesamten Geschäftsbetrieb.
Parallel zur Gewerbeanmeldung erhalten Sie vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Hier legen Sie wichtige Parameter fest: Rechtsform, voraussichtlicher Umsatz und Gewinn im ersten Jahr. Diese Angaben wirken sich unmittelbar auf Vorauszahlungen und die Frage aus, ob die Kleinunternehmerregelung für Sie in Betracht kommt. Ein sorgfältig ausgefüllter Fragebogen legt die steuerliche Basis für einen soliden Start.
Zusätzlich benötigen Sie ein Amazon-Verkäuferkonto. Der Unterschied zwischen dem kostenlosen Basiskonto und dem Professional-Konto für monatlich rund 39 Euro liegt nicht nur in den Funktionen: Wer mehr als 40 Artikel pro Monat verkaufen oder Amazon-Marketingfunktionen nutzen möchte, fährt mit dem Professional-Konto langfristig besser. Viele Händler unterschätzen außerdem die Bedeutung einer klaren Trennung von geschäftlichen und privaten Finanzen von Tag eins an, also ein eigenes Geschäftskonto, eine strukturierte Belegablage und ein Buchhaltungssystem, das mit dem Volumen der Transaktionen skaliert.